Markus Wirthmann | 04.07.10
Kasperltheater an der Emscher
Interessantes Portrait/Interview mit Stephan Huber zu einem Kasperltheaterprojekt. Gegen Ende des Videos folgt eine ziemlich bittere Abrechnung mit der Kunst im öffentlichen Raum - sehr sehenswert und hörenswert!
Stephan Huber hat für die Ausstellung EMSCHERKUNST.2010 drei kurze, ca. zehnminütige Kasperltheaterstücke entwickelt, die auf einer mobilen Bühne täglich an verschiedenen Orten im Ruhrgebiet aufgeführt werden. Die derben, surrealen Stücke stehen eher in der Tradition des zynischen „Punch and Judy“-Theaters aus Großbritannien, als in der Überlieferung des oftmals erzieherisch anmutenden Kasperltheaters, wie es in Deutschland seit dem frühen 19. Jahrhundert aufgeführt wird.
Das Stück Kasperl wird Galerist spielt mit den platten und gängigen Klischees des internationalen Kunstmarkts, mit Geschäftemacherei der Galeristen und mit der Korruptheit der Kunstkritiker, aber eben auch mit der Kunst als Spekulationsobjekt und mit dem Künstler als malendem Affen.
Markus Wirthmann | 01.04.10
Politico-Cultural Relations between South Africa and Germany
Rede auf der JoburgArtFair von Peter Herrmann
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ende der 90er Jahre war ich als Kulturexperte für Afrika auf einem Weltbankkongress eingeladen. Trotz aller Bedenken gegenüber dieser Organisation verfolgte ich mit großem Interesse die Inhalte und war überrascht über die Strategien die verfolgt wurden.
Von großen Summen für den afrikanischen Kontinent war die Rede und von vielerlei Interessen auf wirtschaftlicher Ebene. Auch wenn Kultur kaum eine Erwähnung fand, war doch die Botschaft wichtig, dass diese erwähnten Gelder über ein solides Südafrika als Tor zum restlichen Kontinent eingepumpt werden sollten.
Ich habe noch nicht recherchiert, ob die damals anvisierten Milliarden auch tatsächlich geflossen sind. Wenn, dann kaum im Kultursektor, denn das hätte man gespürt. Es gibt die üblichen länderrepräsentativen Kulturinstitutionen, im Falle Deutschlands das Goethe-Institut. Diese Institution ist hier in Südafrika so etwas ähnliches wie die Leitzentrale deutscher Kulturpolitik für das ganze Afrika. Insofern funktioniert sie theoretisch im strategischen Sinne der Weltbankvision. Allerdings gehen von hier aus keine wirklich spürbaren Impulse aus. Eine Ausstellung mit Jürgen Schadeberg in seiner Geburtstadt Berlin im Jahre 2003 war, als Beispiel, die bisher einzige Kooperation meiner Galerie mit dem Goethe-Institut. Die Initiative zu dieser Kooperation ging allerdings von Berlin und nicht von Johannesburg aus.
Weiter zum ganzen Text: Politico-Cultural Relations between South Africa and Germany
Markus Wirthmann | 26.02.10
Berufsbild: Künstler
via Neues vom Tage
André Debus: "Laut einer Infobroschüre des deutschen Arbeitsamtes gehören auch die Bildenden Künste zum möglichen Berufsbild junger Menschen. Notwendige Voraussetzungen sind - hört, hört - Kreativität, Fähigkeit zur Selbstorganisation, Kritikfähigkeit und natürlich auch Sorgfältigkeit wenn man beispielsweise einen Restaurierungsauftrag annimmt. Ohne farbiges Beispiel kommt eine solche Broschüre natürlich nicht aus und man hat sich gleich ein besonders erfolgreiches Exemplar ausgesucht: meinen Kumpel Axel Gercke. Einblick in die Broschüre gibt es auf seinem Blog."
Markus Wirthmann | 28.07.09
Galeriensterben in New York
Via Neues vom Tage von André Debus.
"... James Kalm zeigt wie sich die Finanzkrise auf die Galerieszene in New York auswirkt. In dem kurzen Video hält er fünfundzwanzig Galerien fest, die zuletzt schließen mussten. Ob es ganz so schlimm ist, sei dahingestellt, immerhin sind auf artfacts.net noch immer über tausend Galerien für New York gelistet. Für junge Künstler, die den Sprung über den Teich schaffen möchten ist es jedoch schon bedenklich."
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