Charlotte Lindenberg | 09.01.11
Germany´s Next Capital
Unter der Überschrift „Ausgerechnet Gießen?“ war am 6.12. war auf diesem Blog zu lesen: „Ist das jetzt der Anfang vom Ende? Müssen Galeristen jetzt schon aus Berlin in die hessische Provinz fliehen? Für mein Gefühl kommt Gießen gleich hinter Ouagadougou“.
Anschließend fand noch ein Veranstaltungsort namens kümmerei Erwähnung.

Gabi Schaffner, Ausstellungsansicht kümmerei, 8.1.11, Foto CL
Empört über des Autors verbale Entgleisungen wie „Exotenbonus“ bekundeten drei KommentatorInnen flugs ihre Verbundenheit mit dieser Nochnichtganz-Metropole (wird noch, Stephie!), die zwar weder arm noch sexy (vergib mir, Herr Lustig), dafür aber im Begriff ist, sich zur premium location mitteleuropäischer Kreativindustrie aufzuschwingen. (So besser, Frau Adam?)
Nachdem die erzürnte Solidargemeinschaft Gießen (die vermutlich geschlossen in Berlin wohnt – gebt´s zu!) hoffentlich beschwichtigt ist, hier also Neues aus der kümmerei.
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Gastbeitrag | 26.05.10
WOLS IN DER HGB LEIPZIG
von Volkmar Hilbig
Schon wieder vorbei ist sie, die kleine Ausstellung und außerhalb Leipzigs hat sie kaum einer wahrgenommen. Nun wollen wir nicht hadern, eher den Initiatoren und Kuratoren danken: wir haben die Ausstellung ja gesehen. Zu fragen ist eher, warum dieser zugegeben nicht als Philanthrop zu bezeichnende Außenseiter immer noch dem abgegriffenen Begriff Geheimtipp näher steht, als dass er zum selbstverständlichen Standardrelevanzpunkt und allseits verehrten Ausnahmekünstler geworden ist. An seiner dramatischen Biografie, die, gemessen an den äußeren Umständen, den wechselnden Schauplätzen, der an Weglassungen nicht geizenden Zeit, erstaunlich wenige weiße Flecken aufweist, kann es nicht liegen, am hinterlassenen Werk schon gar nicht.
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Markus Wirthmann | 08.05.10
Vom Club ins Museum II
Vor fünf Jahren organisierte ich, als Teil von lueckeundpartner, unter Federführung von Peter Lang und Lillevan als Kuratoren, die Ausstellung Vom Club ins Museum? Sie ging, laut Untertitel, den Fragen zur Zukunft digitaler Bilder nach. Damals wollten wir die Wirkung und Auswirkung der Arbeit von VeeJays, den oft als Livestream produzierten Club-Visuals, auf die Bildende Kunst und den Kunstbetrieb erforschen.

Unter anderem Lillevan gestern (3/3)
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Charlotte Lindenberg | 22.04.10
Wieder was verpasst
Klaus Böhmers Lichtgestalten

Böhmer Elvis, o.D.
Es gibt Veranstaltungen mit Namen, die unerträglich eindrucksvoll und zugleich so dermaßen selbstverständlich klingen, dass man sich schuldbewusst fragt, wie es geschehen konnte, dass man noch immer nicht weiß, was man sich darunter vorzustellen hat.
Anders als das sonst allgegenwärtige (Pseudo-)Englisch entstammen diese so einschüchternden Titel gern dem Lateinischen. Im vorliegenden Fall reichte ein einzelner Beweis von Latiniteracy offenbar nicht aus, weswegen sich der fragliche Event vorsichtshalber mit drei lateinischen Begriffen schmückt, die da lauten "Luminale, Biennale der Lichtkultur".
Bo ej.
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Markus Wirthmann | 24.09.09
NAHRUNG
NAHRUNG
kaleidoskopische Untersuchung eines Treibstoffs
Shedhalle Zürich
5. September – 27. September 2009
Finissage: Sonntag, 27. September 2009 // 17h
Franz Burkhardt - Esther Ernst - Adib Fricke - (e.) Twin Gabriel - Marianne Halter - Thaddäus Hüppi - Christian Jankowski - Franziska Koch - Karsten Korn - Via Lewandowsky - Bernhard Martin - Tatjana Marusic - Christiane Möbus - Rapedius/Rindfleisch - Gunter Reski - Ralf Ritter - Ana Roldán - Karin Sander - Martin Städeli - Caspar Stracke - Stefan Sulzer - Anita Tarnutzer - Jorinde Voigt - Markus Wirthmann - David Zink Yi

Karin Sander, Siegfried 1:3, 4+1-Achsenfräsung in Schokolade
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Markus Wirthmann | 14.09.09
Strandbiester belagerten Zürich
Theo Jansen
Strandbiester belagern Zürich
Kunstraum Walcheturm, Zürich
August/September 2009
Animaris Umerus in Aktion im ehemaligen Kasernenhof vor dem Kunstraum Walcheturm
Die Strandbiester (eigentlich eine etwas falsche, eher lautmalerische Übersetzung aus dem Niederländischen) sind kinetische Kunstwerke, die sich von vielen ähnlichen Ansätzen in einem wesentlichen Punkt unterscheiden: Sie wandern, mehr oder weniger autonom, durch´s Gelände. Klar, mittlerweile gibt es haufenweise elektronisches-Gezappel-Kunst, Spielzeug und sogar Staubsauger, die das schaffen - aber Theo Jansens Biester sind analog, komplett old-school und bestehen aus Plasikrohren, Kabelbindern, PET-Flaschen und Klebeband.
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Markus Wirthmann | 14.09.09
Denn sie wissen was sie tun
David Levine
HOPEFUL
Feinkost, Berlin
Juli/August 2009

David Levine versammelte an den Wänden der Galerie Feinkost hunderte Sed-Karten, also Bewerbungen von Models, Comedians, Schauspielern und -Innen, gerichtet an Agenten, Regisseure, Fotografen. Anscheinend handelte es sich mehrheitlich um die Klasse der Initiativ- mithin also der unverlangten, für den Adressaten eventuell unerwünschten bis lästigen Bewerbungen, die sich da breit machen. David Levine konnte diese Portfolios in den letzten Jahren sammeln, da sie, so der Galerietext, unbeantwortet und bereits zu Müll degradiert waren.
Unwillkürlich denke ich an Fruchtfliegen auf Obst oder das Getier in der Biotonne vor der Haustür.
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Gastbeitrag | 08.07.09
The Russian Club Gallery
von Martina Schmuecker
Eine Gallerie kuratiert von Künstlern
interessant oder zuviel Selbstreflexion?
Fassade
„The Russian Club Gallery“ befindet sich in der Kingsland Road in Dalston, in einem großen Backsteinhaus aus der viktorianischen Zeit, in dem sie sich über das Untergeschoss und die dahinter liegenden flachen Anbauten erstreckt. Es ist ein Ort der etwas zwischen den Welten liegt. Man hat die City und das trendy Shoreditch schon hinter sich, ist auf der großen geraden Ausfallstrasse nach Norden, aber noch nicht im nächsten Stadtteilzentrum, dem an Erwartungen an die Olympiade vollgepackten Dalston, angekommen. Also ein Ort an dem man eher vorbeifährt auf dem Weg zu oder von irgendetwas interessanterem.

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Markus Wirthmann | 20.06.09
Neulich in Zürich ...

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Gastbeitrag | 25.03.09
One Meter Seventy Three
by R A Suri
Wang Tiande
One Meter Seventy Three
Contrasts Gallery, Shanghai
The conceptual exhibition, One Meter Seventy Three, staged at the Contrasts Gallery, Shanghai, revealed a coy polarization of environmental, historical and symbolic themes pertinent to the experience of contemporary China by the hands of Wang Tiande.
The title is an echo of the exact physical height of the artist, and a caustic reference to three mountains (the Chinese title with the character «Shan-Mountain» - sounding like «San-Three» is key to the tongue-in-cheek reference) which bear fruit in the exhibition. The title also denotes Wang Tiande’s attention and challenge to questions of standardization, demographic averages and common denominational typology. Occidental and Oriental physical status and the rudiments of scientific measure & qualification are set in paradox with internationalism and its’ impact on the psyche. He measures himself first in light of this quizical introduction to further conceptual works which lie beyond the entrance to the exhibition.

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Gastbeitrag | 25.02.09
Drei Tage, drei Nächte, drei Orte ...
Gastbeitrag von Patrick Alt
Micky Mouse Club mit Thomas Winkler
Papers/Papiere im Studio Reichenbergerstraße
mit André Butzer, Andreas Hofer
und Ullrich Wulff & Kunstklub Berlin

22.02.2009. Ich steh auf, was war gewesen? Drei Tage, drei Nächte, drei Orte in Berlin. Ich fang beim 3. Abend an und ende in der 1. Nacht.
Die Entzugserscheinungen sind groß. Die Rote Rose in Kreuzberg war der 3. und letzte Ort von allen Gewesenen morgens um halb 4. Rouven Schmitt zieht die Biertulpe zum Hals. Dennis Loesch weigert sich aus anderen Gläsern als aus Tulpen zu trinken. Ein Blumenbazar aus Glas. Alle ziehen die Tulpen zum Kopf. Wie: "A night of serious drinking". Alle, die noch hier sind, halten die Gläser hoch. Ein Kreuzberger-Kneipen-Urgestein erzählt von Mickey Rourke: Das Geheimnis des Siegens. Ich verstehe nur noch jeden 5. Satz.
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Charlotte Lindenberg | 22.12.08
Creating Awareness instead of Emotions
Martha Rosler
Location Location Location
Portikus, Frankfurt am Main
12.7. – 14.9.08
Creating Awareness instead of Emotions
So what? Is there anybody who would not prefer awareness compared to emotions? The answer is: Yes. Almost everybody. Finally the better part of current art draws heavily on feelings, sensation, the heart – you name it.
Martha Rosler´s last show in Frankfurt am Main, Germany, is about the past and present of a Central European city. Largely free from the intention to divide history in culprits and victims Rosler does not venture to participate in a debate which continues for over half a century by now, hinging on notions of guilt and shame. Instead she concentrates on the immediate situation with a kind of X-ray vision, looking intensely at the very place she shares with the audience, thereby penetrating the layers of history. This way Rosler makes past and presence available simultaneoulsy.
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